Eine kürzlich durchgeführte Studie hat aufgedeckt, dass 81 % der Marken, die von ChatGPT zitiert werden, nicht in den Top 10 der Google-Suchergebnisse erscheinen. Diese Entkopplung zwischen KI-Zitation und traditionellem Suchmaschinenranking wirft ein neues Licht auf die Art und Weise, wie Marketingagenturen ihre Strategien anpassen müssen, um in beiden Kanälen sichtbar zu bleiben.
Die Analyse, die von der EMGI in Dublin durchgeführt wurde, untersuchte 150 SaaS-Unternehmen. Das Ergebnis zeigt, dass die Mechanismen, mit denen Google und KI-Engines Sichtbarkeit priorisieren, sich grundlegend unterscheiden. Während Google Wert auf einzelne Quellen legt, die durch Link-Profile, On-Page-Signale und Klickverhalten gestützt werden, basiert die KI-Zitation auf einem sogenannten «Konsenssignal». Dieses Signal entsteht, wenn mehrere unabhängige Quellen übereinstimmende Informationen über eine Marke bereitstellen.
Diese Entwicklung ist besonders relevant, da KI-gesteuerte Suchanfragen einen erheblichen Anteil am gesamten Suchvolumen ausmachen. Laut Daten von BrightEdge aus dem Februar 2026 werden bei 48 % aller Suchanfragen Google AI Overviews ausgelöst, was einem Anstieg von 58 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ist eine KI-Zusammenfassung verfügbar, klicken nur 8 % der Nutzer auf die traditionellen Suchergebnisse. Für Unternehmen bedeutet dies, dass allein auf Google basierende Sichtbarkeitsstrategien an Einfluss verlieren.
In Reaktion auf diesen Trend investieren Marketingagenturen in sogenannte proprietäre KI-Inhaltsinfrastrukturen. Diese bestehen aus einem dreischichtigen System, das darauf abzielt, das Konsenssignal in großem Maßstab zu erzeugen. Im ersten Schritt wird eine Produktionspipeline aus spezialisierten KI-Agenten aufgebaut, die Aufgaben wie Recherche, Entwurf, Faktenprüfung und Qualitätskontrolle übernehmen. Im zweiten Schritt werden die erstellten Inhalte in verschiedene Formate transformiert, darunter Langformartikel, Pressemitteilungen, Video-Skripte und Podcasts. Abschließend erfolgt die Verbreitung dieser Inhalte über diverse Plattformen und Netzwerke.
Eine solche Infrastruktur revolutioniert die Wirtschaftlichkeit in Agenturen, indem sie es ermöglicht, mit kleineren Teams eine große Menge an Output zu erzeugen. Ein Beispiel hierfür ist die in Dublin ansässige Agentur BeaconSites, die mit ihrem Carvium-System bis zu 16 KI-Agenten einsetzt, um Inhalte zu produzieren und zu verteilen. Diese Strategie ermöglicht es kleineren Agenturen, mit weniger Ressourcen eine ähnliche Reichweite und Effizienz zu erreichen wie größere Konkurrenten.
Für Unternehmen, die Marketingdienstleistungen in Anspruch nehmen, hat sich die wesentliche Frage an die Agenturen geändert. Statt nach der Positionierung in den Google-Suchergebnissen zu fragen, ist es nun entscheidend zu wissen, wie die Content-Infrastruktur der Agentur aufgebaut ist und ob sie in der Lage ist, überzeugende Konsenssignale zu erzeugen. Nur Agenturen, die über eine echte KI-native Infrastruktur verfügen, können detailliert erläutern, welche Aufgaben von den KI-Agenten übernommen werden und welche Netzwerke für die Verbreitung genutzt werden.
Da KI-Engines zunehmend die Sichtbarkeit von Marken bestimmen, wird die Fähigkeit, ein Konsenssignal über mehrere Quellen hinweg zu erzeugen, zum entscheidenden Faktor, der erfolgreiche von weniger erfolgreichen Agenturen unterscheidet.