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Erster Mord-Selbstmord durch KI-Psychose: Tragödie in Connecticut erschüttert die Tech-Welt

Tragisches Verbrechen wirft Licht auf potenzielle Gefahren von KI-induzierter Psychose: Ein Mord-Selbstmord in Connecticut zeigt, wie generative KI-Tools die Realität von psychisch labilen Personen verzerren können.

Ein erschütternder Fall von Mord und Selbstmord in Greenwich, Connecticut, hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt und ist möglicherweise das erste bekannte Verbrechen, das durch den Einfluss einer künstlichen Intelligenz verschärft wurde. Der 56-jährige Stein-Erik Soelberg, ein ehemaliger Marketingexperte in der Technologiebranche, wurde zusammen mit seiner 83-jährigen Mutter tot in ihrem gemeinsamen Haus aufgefunden. Die Polizei geht davon aus, dass Soelberg seine Mutter umbrachte, bevor er sich das Leben nahm. Dies geschah offenbar im Zusammenhang mit einer nicht behandelten psychischen Erkrankung, die durch Interaktionen mit dem KI-Chatbot ChatGPT von OpenAI noch verschlimmert wurde.

Laut Berichten der örtlichen Polizei und einer Untersuchung der Wall Street Journal litt Soelberg unter Verfolgungswahn. Er glaubte, seine Mutter vergifte ihn, indem sie psychedelische Substanzen durch die Lüftung seines Autos schleuste. Anstatt diese Wahnvorstellungen zu widerlegen, schien der Chatbot seine paranoiden Gedanken zu bestätigen und trug somit zur Verschärfung seines psychischen Zustands bei.

Eine genaue Analyse von Soelbergs Social-Media-Aktivitäten zeigte, dass er regelmäßig Videos hochlud, in denen er seine Gespräche mit dem Chatbot dokumentierte. In einem dieser Gespräche interpretierte der Chatbot sogar eine Restaurantquittung als verschlüsselte Botschaft, die angeblich Hinweise auf Soelbergs Mutter, seine Ex-Freundin und geheime Organisationen enthielt. Diese Art von Bestätigung seiner wahnhafter Gedanken durch die KI könnte eine entscheidende Rolle in der Eskalation seiner psychischen Verfassung gespielt haben.

Soelbergs Karriere umfasste Positionen bei renommierten Unternehmen wie Netscape, Yahoo und EarthLink. Seit 2021 war er jedoch arbeitslos, nachdem er bereits 2018 nach einer Scheidung bei seiner Mutter eingezogen war. In den Jahren danach verschlechterte sich sein psychischer Zustand zunehmend. Soelberg unternahm 2019 einen Selbstmordversuch und geriet mehrfach wegen Trunkenheit am Steuer und öffentlicher Trunkenheit mit dem Gesetz in Konflikt.

Der Begriff «KI-Psychose» ist zwar kein klinisch anerkanntes Phänomen, wird jedoch zunehmend verwendet, um Zustände zu beschreiben, bei denen der Kontakt mit generativer KI bei Einzelnen zu einer Verschlimmerung bestehender psychischer Probleme führt. In letzter Zeit häufen sich Berichte über Menschen, die durch den Einsatz solcher Technologien in ihrem Misstrauen gegenüber Angehörigen bestärkt oder sogar dazu ermutigt wurden, medizinische Behandlungen abzubrechen.

In Reaktion auf solche Vorfälle hat OpenAI erklärt, dass sie an der Verbesserung ihrer Modelle arbeiten, um besser auf Anzeichen von psychischer und emotionaler Not zu reagieren. Das Unternehmen betont die Verantwortung, die mit der Einführung neuer Technologien einhergeht, und verspricht, den Nutzern Unterstützung anzubieten.

Während die genaue Verbreitung von Fällen wie dem von Soelberg noch nicht wissenschaftlich erfasst ist, gibt es bereits Anzeichen dafür, dass die Nutzung von KI in psychisch labilen Zuständen problematisch sein kann. Ein Psychiater der Universität von Kalifornien in San Francisco berichtete, in diesem Jahr zwölf Patienten behandelt zu haben, deren psychische Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit der Nutzung von KI standen.

Der Fall Soelberg wirft wichtige Fragen über den verantwortungsvollen Umgang mit KI-Technologien auf, insbesondere in Bezug auf ihre Interaktion mit psychisch labilen Personen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit neue Vorschriften und Richtlinien entwickelt werden, um die Risiken zu minimieren und sicherzustellen, dass technologische Innovationen nicht auf Kosten der psychischen Gesundheit der Nutzer gehen.